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Rügen

Seebäderarchitektur
Blick aufs Meer von der Promenade in Sassnitz

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Rügenkarte

Rügen
 

 Ansicht des Hafens und der Stadt von der Mole aus

   
 

Das heutige Sassnitz, eines der ältesten Seebäder Deutschlands, ist aus dem gleichnamigen Fischerdorf und dem nahem Bauerndorf Crampas entstanden. Als 1824 der Badebetrieb allmählich einsetzte und 65 Jahre später außerdem eine große Hafenanlage entstand, expandierten beide Dörfer infolge des damit verbundenen Baubooms in erheblichem Maße. Da sie aber zwischen dem Meer auf der einen Seite und hügeligem Land auf der anderen Seite quasi eingequetscht lagen, konnten sie sich nur entlang der Küste ausdehnen und wuchsen daher fast zwangsläufig zusammen. 1906 schließlich wurden beide Dörfer auch politisch unter dem Namen Sassnitz vereinigt.

Altstadt von Sassnitz

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Sassnitz das führende Seebad auf Rügen, wurde aber danach von Binz und anderen Urlaubsorten überflügelt. 1889 musste nämlich der größte Teil des Sassnitzer Badestrandes der oben schon erwähnten großen Hafenanlage weichen: Nun standen Hafen- und Fährbetrieb im Vordergrund. Den höchsten Bekanntheitsgrad in diesem Zusammenhang hat sicherlich die seit 1897 bestehende Schiffsverbindung ins schwedische Trelleborg erreicht. Weitere Erwerbszweige traten außerdem hinzu: Kreide- und Fischverarbeitung wurden nun im industriellen Maßstab betrieben. Der Badebetrieb in Sassnitz wurde zwar nicht eingestellt, aber mehr und mehr in den Hintergrund zurückgedrängt.

Historische Ferienunterkünfte

 

1945 wurde Sassnitz als einzige Gemeinde auf Rügen  während des 2. Weltkrieges angegriffen und bombardiert. Dennoch hat sich viel historische Architektur erhalten. Besonders die Altstadt, d. h. das Gebiet zwischen der Strandpromenade einerseits und Johanniskirche und Bergstraße andererseits ist mit ihren schönen alten Gemäuern ausgesprochen sehenswert. Ferner bewirken nicht nur die unmittelbare Nähe zu der berühmten Kreidefelsenküste, sondern auch eine handvoll Museen, darunter das Museum für Unterwasserarchäologie, und die großen Hafenanlagen mit der längsten Außenmole Europas, dass Sassnitz der sicherlich abwechselungsreichste und vielleicht interessanteste Ort auf Rügen ist. Nur der Steinstrand ist heute eher von Nachteil, was den Tourismus anbelangt. Dem anspruchsvollen Badeurlauber wird aber bestimmt die 100 Meter lange Seebrücke an der Promenade gefallen.

Sassnitz, das erst 1957 Stadtrecht erhielt, zählte im Jahre 1981 fast 15000 Einwohner. Heute ist die Einwohnerzahl jedoch um ungefähr 5000 auf rund 10000 gesunken. Mittlerweile steht der Tourismus wieder mehr im Vordergrund, aber in erster Linie lebt man weiterhin vom Hafenbetrieb. Im benachbarten Neu-Mukran, das auch zur Gemeinde Sassnitz gehört, ist sogar ein weiterer, größerer Passagier- und Frachthafen errichtet worden, der den alten Stadthafen weitgehend entlastet. Der Kreideabbau spielt dagegen heute keine größere Rolle mehr. Die Fischindustrie ist aber relativ bedeutend geblieben.
 

Hafen
Strand von Sassnitz
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© Andreas Reuter