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Rügen

Seebäderarchitektur
Blick aufs Meer von der Promenade in Sassnitz

 SASSNITZ      

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 Ansicht des Hafens und der Stadt von der Mole aus

   
 

Das heutige Sassnitz, eines der ältesten Seebäder Deutschlands, ist aus dem gleichnamigen Fischerdorf und dem nahem Bauerndorf Crampas entstanden. Als 1824 der Badebetrieb einsetzte, expandierten beide Dörfer infolge des damit verbundenen Baubooms erheblich. Da sie aber zwischen Meer und hügeligem Land eingequetscht lagen, konnten sie sich nur entlang der Küste ausdehnen und wuchsen daher fast zwangsläufig zusammen. 1906 schließlich wurden beide Dörfer auch politisch unter dem Namen Sassnitz vereinigt.

Altstadt von Sassnitz

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Sassnitz das führende Seebad auf Rügen, wurde aber danach von Binz und anderen Seebädern überflügelt. 1889 musste nämlich der größte Teil des Sassnitzer Badestrandes einer großen Hafenanlage weichen: Nun standen Hafen- und Fährbetrieb im Vordergrund. Weitere Erwerbszweige traten hinzu: Kreide- und Fischverarbeitung im industriellen Maßstab. Der Badebetrieb wurde zwar nicht eingestellt, aber mehr und mehr zurückgedrängt.

Historische Ferienunterkünfte

1945 wurde Sassnitz als einzige Gemeinde auf Rügen  während des 2. Weltkrieges angegriffen und bombardiert. Dennoch hat sich viel historische Architektur erhalten. Besonders das Gebiet zwischen Strandpromenade und Seebrücke einerseits und Johanniskirche und Bergstraße andererseits ist ausgesprochen sehenswert. Ferner bewirken nicht nur die unmittelbare Nähe zu den Kreidefelsen, sondern auch eine handvoll Museen, darunter das Museum für Unterwasserarchäologie, und die relativ großen Hafenanlagen, dass Sassnitz der abwechselungsreichste und vielleicht interessanteste Ort auf Rügen ist. Nur der Steinstrand ist heute eher von Nachteil, was den Badetourismus anbelangt.

Sassnitz, das erst 1957 Stadtrecht erhielt, zählt ungefähr 12000 Einwohner. Mittlerweile steht der Tourismus wieder mehr im Vordergrund, aber in erster Linie lebt man weiterhin vom Hafenbetrieb. Im benachbarten Neu-Mukran, das zur Gemeinde Sassnitz gehört, ist sogar ein weiterer, größerer Passagier- und Frachthafen errichtet worden, der den alten Stadthafen entlastet. Kreide- und Fischindustrie dagegen spielen heute keine bzw. keine größere Rolle mehr.

Hafen
Strand von Sassnitz
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© Andreas Reuter