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Rügen

Löwe mit Wappen
Architekturdetail Theater Putbus

 PUTBUS

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Klassizistische Gebäude am Circus

Putbus (rund 4500 Einwohner) an der südlichen Inselküste ist die wahrscheinlich ungewöhnlichste Stadt auf Rügen: Die ehemalige Residenzstadt der ungekrönten Könige von Rügen, der Fürsten bzw. Grafen zu Putbus, bietet Architektur vom Feinsten und ein herrschaftliches Flair, das im starken Gegensatz zur sonst durch und durch ländlich geprägten Umgebung steht. Mit ein paar Abstrichen können auf der Insel allerhöchstens die mondänen Seebäder Binz und Sellin mit Putbus in ihrer architektonischen Ausstrahlungskraft verglichen werden.

Klassizistisches Bauwerk Theatergebäude

Putbus umfasste bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts nur sehr wenige Gebäude, wurde dann aber im großen Stile zum Residenz- und Badeort aufgebaut und erhielt 1823 ein auf Handel und Gewerbe eingegrenztes Stadtrecht. Viele der pompösen klassizistischen Bauten, die in den Jahren nach 1800 errichtet wurden, prägen heute immer noch wesentlich das Stadtbild. Sie stehen alle zurecht unter Denkmalschutz und sind ein wahrer Augenschmaus für die Freunde der Architektur.

Denkmal für den Fürst von Putbus

Gebäude am Marktplatz von Putbus auf Rügen

 

Orangerie-Skulptur       Orangerie-Skulptur

Im Zuge dieses Stadtentwicklungsprogramms vor 200 Jahren wurde auch der so genannte Putbuser Circus gestaltet, ein kreisrunder, durch und durch geometrischer Platz, der ausnahmslos von weiß angestrichenen, zwei- bis dreistöckigen Gebäuden gesäumt wird. In der Mitte des Platzes steht ein 19 m hoher Obelisk, auf den acht kleine Alleen strahlenförmig hinführen.

Einen weiteren Platz erreicht man über die Alleestraße: den rechteckigen, weitläufigen Marktplatz. Unter den vielen klassizistischen Bauten an diesem Platz sticht besonders das Gebäude an der Ecke zur Alleestraße heraus: das wunderschöne Theater, dessen Eingangshalle mit einem flachen Giebel und hohen dorischen Säulen im Stile eines antiken Portikus geschmückt ist. In seinem Inneren bietet es übrigens rund 300 Zuschauern Platz. Heute finden in dem Theater nur Gastspiele statt, da es leider über kein eigenes Ensemble mehr verfügt. Dennoch wird Putbus auch aufgrund dieser Spielstätte gerne als das kulturelle Zentrum von Rügen bezeichnet.

Kleinspurbahn auf Rügen

Jenseits der Alleestraße liegt der ansehnliche Schlosspark, der im Stile englischer Landschaftsgärten inklusive eines großen Schwanenteichs angelegt wurde. In diesem Park befand sich einst das 1962 willkürlich abgetragene Schloss der Fürsten bzw. Grafen von Putbus. Orangerie, Marstall und Schlosskirche, die ursprünglich als Kursalon mit Speise-, Spiel- und Tanzräume errichtet und erst 1890/91 zum Gotteshaus umgebaut wurde, sind allerdings neben anderen historischen architektonischen Schöpfungen im Park noch erhalten. Die Orangerie dient heute übrigens als touristisches Informations- und künstlerisches Ausstellungszentrum.

Putbus ist auch Haltestelle des Rasenden Rolands, einer historischen, dampfbetriebenen Kleinspurbahn, die immer noch zwischen Lauterbach und Göhren verkehrt. In Lauterbach, einem rund einen Kilometer entfernten kleinen Vorort von Putbus am Greifswalder Bodden, kann man das zwischen 1817 und 1818 errichtete prächtige Badehaus bestaunen.

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Theatereingang

© Andreas Reuter