|
Im Zentrum der Insel Rügen, wenige Kilometer vom Kleinen Jasmunder Bodden entfernt, liegt die rund
14000 Einwohner zählende Stadt Bergen. Sie wird häufig und gerne als die Inselhauptstadt bezeichnet. Das mag wohl auch daran
liegen, dass sie bis zum Jahre 2011 Verwaltungszentrum des mittlerweile aufgelösten Landkreises Rügen war. Geblieben ist aber
ihre zentralwirtschaftliche Funktion für die Insel.
 |
1314 wird Bergen unter der Bezeichnung "villa montis" (Hügel- bzw.
Bergdorf) wahrscheinlich erstmalig urkundlich erwähnt. Die Siedlung besteht allerdings schon wesentlich länger. Ihren Namen
verdankt die Stadt also ihrer Lage auf einem fast 90 Meter hohen Hügel, einer eiszeitlichen Stauchmoräne.
Obwohl Bergen schon im späten Mittelalter Hauptort der Insel Rügen wurde, erhielt die Gemeinde erst 1613
Stadtrecht. Stadtverteidigungsanlagen, sprich: Tore und Mauern, wurden daher nie angelegt. Selbst wenn man
solche Pläne gehegt hätte, wären sie rund 15 Jahre später zunichte gemacht worden, als Wallensteins
Truppen Bergen belagerten und somit den wirtschaftlichen Niedergang des Ortes einleiteten.
|
Ältestes Gebäude der Stadt ist heute die Marienkirche, ein imposanter dreischiffiger Backsteinbau, dessen Baubeginn in das letzte Viertel des 12. Jahrhunderts
fällt. Der sowohl romanische als auch gotische Elemente enthaltene Sakralbau zählt auch aufgrund seiner wertvollen
Innenausstattung zu den bedeutendsten Baudenkmälern Norddeutschlands.
|